London | Tag 5 | Harry Potter Studio Tour London

Der Titel sagt es bereits und auch diejenigen unter euch, die Harry Potter kennen, haben wahrscheinlich schon bei den Bildern der letzten Tage erkannt, dass es sich um Bilder von Filmkulissen aus den Potterfilmen handelte.
Für große Fans der Bücher und Filme rund um die Zaubererwelt, ist es im Grunde ein ‚Muss‘ bei einem Londonbesuch auch einen Abstecher in den Vorort Leavesden zu machen um dort die Warner Bros. Filmstudios zu besuchen. Hier wurden nämlich alle Filme gedreht.
Seit dem Einzug der Eule Errol bei uns, stand ein Besuch dieses Ortes auf unserer Ausflugsliste und wir sind sehr froh es endlich umgesetzt zu haben. Es hat ein wenig gedauert, aber so konnte die Vorfreude stetig wachsen und wurde letztendlich auch nicht enttäuscht.
Wir alle verließen die Studios mit glücklichen Gesichtern und frohen Herzens.

Ich versuche einmal kurz zusammenzufassen:
Ihr findet hier eine liebevolle Präsentation verschiedenster Filmrequisiten und Filmsets aus allen Harry Potter Teilen. Es ist sehr beeindruckend dies alles mit dem Wissen zu betrachten, dass es keine Kopien sind – über diesen Boden der großen Halle sind sie wirklich alle gelaufen, in jenem Bett hat Ron seinen Albtraum gehabt, diese Kleider und Schuhe hat Umbridge getragen und in jenen Kesseln wurden Zaubertränke gebraut oder zumindest so getan als ob.
Am beeindruckendsten fand ich jedoch die Winkelgasse! Wir bogen um eine Ecke und schon standen wir quasi mittendrin! Wow! Wie toll! All die einzelnen Schaufenster und Auslagen, die Patina am Fensterrahmen, von Hand gemalte Schilder – wie gerne hätte man einfach die Türen geöffnet und wäre stöbern gegangen. Einfach nur unendlich schön!

Es gibt im Grunde nur zwei Dinge, die ich bemängeln würde – zum einen ist dort im Sektor ‚green screen‘ ein Bereich, in dem man sich vor grüne Wände auf Besen oder Hocker setzen kann und dann via Kamera in den fliegenden Ford und in eine Landschaft montiert wird und sich so durch die bekannten Filmszenen bewegt.
Animiert von Aufsichtspersonal, welches Dir einen Zauberermantel reicht, darauf achtet, dass in diesem Bereich nicht fotografiert wird und welches dann in einem passenden Moment den Auslöser für ein Foto mit der studioeigenen Kamera drückt.
Am Ende der Aufnahme bekommst man einen Nummernschnipsel und kann damit eine Ecke weiter sein Bild abholen. Für stolze 12 Pfund (€16.-) kann man einen sehr einfachen Abzug mitnehmen. Was mich an der Sache stört: es gibt keinerlei Hinweis auf die Preise der Bilder am Eingang dieses ‚Events‘, erst am Ende, mit dem Schnipsel in der Hand, stößt man darauf. Und €16.- finde ich sehr happig für so ein einfaches Bild, zumal der Eintrittspreis generell schon nicht ohne ist – das ist für mich reine Geldmacherei der sehr unschönen Art. Nicht mit uns.
Die zweite Sache, die überhaupt nicht zu dem Ambiente des ganzen Rest passt, ist der Restaurantbereich.
Die Studios teilen sich in zwei Hallen auf. Zwischen der ersten und der zweiten befindet sich ein Restaurant- und ein Außenbereich. Der Raum für Speisen und Getränke ist groß, unatmosphärisch und war bei unserem Besuch bitterkalt. Es ist eine Art Kantinenfeeling, mit unmotivierter Bedienung und überall klebrigem Boden – sprich ein Ort, an dem man nicht lange verweilen möchte.
Dabei könnte man diesen Bereich so nett und hübsch gestalten! Ach ja und das besagte Butterbier gibt es dort auch – im unspektakulären Plastikbecher, je 3,50 Pfund (oder so) und ein Erlebnis auf das man auch hätte verzichten können. Brrrrrr! Aber gut, das ist unser Geschmack und vielleicht schmeckte es auch einfach nur nach süsser aufgeschäumter Vanillesahne mit Schorle, weil uns das Ambiente nicht schmeckte – wer weiß…
Wieviel lieber hätte ich mich doch an den Tisch in der Küche der Weasleys gesetzt und hätte der selbstspülenden Bürste zugesehen… dann hätte bestimmt auch das Butterbier besser geschmeckt :)
Aber diese beiden Punkte sind unsere einzigen Kritikpunkte, der Rest ist einfach nur sehr interessant, faszinierend, nett und auf jeden Fall einen ausgiebigen Besuch wert.

Und da ich an diesem Tag eine ganze Menge Bilder machte, verweise ich an dieser Stelle auf eine Flickr-Dia-Show, da all die Bilder, die ich euch gerne zeigen möchte leider den Rahmen meines Blogs sprengen würden.
Lehnt euch zurück und begleitet mich auf einen Rundgang:

Schön, oder? Auch sehr nett ist das Modell am Schluss: es wurde für alle Aussenaufnahmen der Filme genutzt! Das finde ich schon sehr faszinierend, fällt es in den Filmen doch überhaupt nicht auf. Wie in der Winkelgasse auch, wechselte hier das Licht für unterschiedliche Stimmungen.

Und bevor man letztendlich in den Shop geleitet wird (der auch sehr hübsch, ansprechend gestaltet und groß ist und erstaunlicherweise zu den gleichen Preisen verkauft wie einzelne Produkte hierzulande) geht man noch durch einen kleinen Raum mit Regalen voller Zauberstäbeschachteln à la Ollivander, auf denen jeder einzelne Name der, an den Filmen beteiligten, Personen vermerkt ist. Das finde ich eine sehr freundliche Idee! Genau so wie das Wissen darum dass alle Ölbilder eigens gemalt wurden, der Hausrat der Weasleys größtenteils vom Flohmarkt stammt und, und, und… ich kann gar nicht alles wiedergeben, ihr müsst es euch am besten selbst ansehen!

Hier kommen noch ein paar Eckinformationen:

→ Wichtig ist zu wissen, dass man sich nicht vor Ort Tickets für die Studios kaufen kann, sondern sie im Vorfeld buchen muss. Sowohl muss man sich für einen Tag, als auch für ein Zeitfenster entscheiden. Macht man dies früh genug, kann man sich die Tickets auch noch nach Deutschland schicken lassen, ansonsten geht man mit seinem Buchungscode und Ausweis einfach später an den Schalter oder Automaten und bekommt seine Eintrittskarten. Dieses Prozedere lief recht reibungslos für uns (der Buchungsprozess über die Internetseite könnte etwas kundenfreundlicher gestaltet sein, aber es hat alles funktioniert).
Das es verschiedene Zeitfenster gibt, finde ich im Nachhinein sehr gut gelöst, weil so immer nur eine begrenzte Menge an Menschen eingelassen wird und man Zeit genug hat, sich die einzelnen Szenen im inneren genau anzusehen ohne vor Exponaten Schlange stehen zu müssen oder gar genervt aufzugeben, weil es einem zu voll ist. Man kann sich, bis auf die große Halle am Anfang, überall frei bewegen und so lange bleiben, wie man möchte.

→ Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre es recht mühsam aus London City nach Leavesden zu kommen – es funktioniert tatsächlich sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln!
Wir sind vom Bahnhof Euston ca. 20 min mit dem Zug bis Watford Junction gefahren, dort in einen coolen Doppeldecker-Harry-Potter-Shuttlebus gestiegen, der regelmäßig in ca. 15min bis zu den Studios fährt – insgesamt hatten wir einen Fahrtdauer inkl. Warte- und Pufferzeit von ca. 1 Std. Das finde ich in Ordnung.
Auch hätte man von London direkt mit dem coolen Bus dorthin fahren können… weitere Infos hierzu gibt es auf der Studiointernetseite.

→ Plant Zeit ein! Damit wir uns alles in Ruhe ansehen konnten (einschließlich Shop) haben wir bestimmt 5-6 Std. gebraucht, inklusive kleiner Pausen.

→ Ein Audioguide ist sehr zu empfehlen. Es gibt hier mit einer schönen Menüführung viele Hintergrundinfos, Videos und Einblicke. Ein echter Mehrwert. Gerne hätten ich so einen mit nach Hause genommen.

Im Nachhinein bin ich noch immer sehr froh, dass wir es endlich geschafft haben und dass dieser Ausflug so viele schöne Erinnerungen bei uns allen hinterlassen hat.
Zum nachspüren gucken wir gerade noch mal alle Filme auf englisch und freuen uns immer diebisch bekanntes wiederzusehen :)

War von euch schon einmal jemand dort oder hat es vor?

Herzliche und immer noch begeisterte Grüße!
myriam.

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